Leitlinien für Trainer/Betreuer, Spieler und Eltern im Jugendfußball des SV Blau-Gelb Frankfurt e.V.

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1. Einleitung

Der seit 1926 bestehende Mehrspartenverein ist derzeit mit 34 Teams im Spielbetrieb (1 Frauen, 2 Herren-, 7 Juniorinnen- und 24 Junioren-Mannschaften) der teamstärkste Fußballverein Hessens. Damit wird der hohe Stellenwert der Jugendmannschaften innerhalb des Vereins deutlich.
Die Mitgliederzahl ist in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen. Dies ist für den Verein eine Chance, gleichzeitig aber auch eine Herausforderung, da es nunmehr gilt, die Strukturen den neuen Gegebenheiten anzupassen und sein Profil zu schärfen.
Wir verstehen uns als Breitensportverein, verfolgen aber gleichzeitig eine leistungsorientierte Ausbildung der Spieler innerhalb der Teams, da die langfristige Entwicklung unserer Nachwuchsspieler und die nachhaltig erfolgreiche Jugendarbeit für den Verein von großer Bedeutung sind.
Damit die Jugendarbeit des Vereins im Spannungsfeld zwischen

• Spaß/ Entwicklung der Kinder und Jugendlichen individuell und als Team,
• sportlichem Anspruchsdenken und
• sozialen Integrationsaufgaben

auch künftig erfolgreich fortgeführt und vertieft werden kann, hat der Verein die nachfolgenden Leitlinien für das Jugendfußball-Konzept erarbeitet.

Diese Leitlinien bilden den organisatorischen sowie sportlichen Rahmen für unsere Vereinsarbeit im Bereich des Jugendfußballs und richten sich an alle maßgeblichen Beteiligten, d.h. an

• unsere Kinder und Jugendlichen,
• unsere Trainer und Übungsleiter,
• unsere übrigen weit überwiegend ehrenamtlich tätigen Mitglieder im Bereich Jugendfußball sowie
• an die Eltern der Kinder und Jugendlichen.

Ziel ist es, unseren Jugendfußball insgesamt zu stärken und Strukturen zu schaffen, die es unserem Verein sowie allen Beteiligten ermöglichen, über die bereits erfolgten Ziele und Errungenschaften der Vergangenheit hinaus gemeinsam noch mehr zu erreichen.


2. Die Grundsätze des Blau-Gelb Jugendfußball-Konzepts

Das Jugendfußball-Konzept unseres Vereins wird an den folgenden Grundsätzen ausgerichtet:

a) Spaß und Freude am Vereinsleben
b) Teambildung
c) Fairer und verantwortungsvoller Umgang (über das eigentliche Fußballspiel hinaus)
d) Schutz des Kindeswohls


3. Erläuterung der Grundsätze im Einzelnen

a) Spaß und Freude am Vereinsleben / am Fußball

Grundsätzlich wollen wir das Vereinsleben (sowie die Ausgestaltung unseres Jugendfußball-Konzepts) so ausrichten, dass alle Beteiligten mit Spaß und Freude daran teilnehmen können und wollen. Dieses Idealziel, welches mit den nachfolgenden Grundsätzen näher konkretisiert wird, ist zentrales Leitbild für alle Beteiligten.

b) Teambildung

Wir wollen im Jugendbereich die sportliche und persönliche Entwicklung der Kinder und Jugendlichen sowie die persönliche Entwicklung der übrigen Beteiligten fördern. Gemeinsames Ziel ist es, als Team noch stärker zusammenzuwachsen und sich mit dem Verein in Zukunft noch stärker zu identifizieren (auch durch ein einheitlicheres Erscheinungsbild in den Vereinsfarben „blau-gelb“).
Ein Konkurrenzkampf innerhalb der Jugendabteilung zum Nachteil der Kinder/Jugendlichen, der Mannschaften und des Vereins unterbleibt daher angesichts dieser gemeinsamen Zielsetzung, ebenso die Pflege persönlicher Eitelkeiten und der Ausdruck von Missgunst. Ungeachtet der individuellen Klasse einzelner Spieler und Mannschaften geht es vor allem darum, den Mannschafts- und Teamgeist insgesamt zu stärken, denn nur gemeinsam kann der einzelne Spieler/die einzelne Spielerin, die einzelne Mannschaft und damit auch der Verein dauerhaft erfolgreich sein.
Uns ist bewusst, dass es innerhalb des Vereins soziale, wirtschaftliche und kulturelle Unterschiede zwischen den Kindern, Jugendlichen und den übrigen Beteiligten gibt. Dies empfinden wir als Bereicherung, nehmen darauf Rücksicht und gehen mit Augenmaß vor (z.B. auch bei finanziellen Themen wie der Teamausstattung).

c) Fairer und verantwortungsvoller Umgang (über das eigentliche Fußballspiel hinaus)

Weitere Voraussetzung für eine erfolgreiche Teambildung ist ein fairer und verantwortungsvoller Umgang untereinander. Dies betrifft alle Beteiligten, wobei wir im Folgenden drei Gruppen besonders hervorheben wollen:

(1) Trainer und Übungsleiter

Trainer und Übungsleiter sind Vorbilder für die Kinder und Jugendlichen und Aushängeschilder des Vereins, denen eine Vielzahl von Aufgaben zufällt: sie fördern, fordern, ermutigen, motivieren, loben und trösten die Kinder und Jugendlichen. Daneben streben sie ein altersgerechtes Training an, welches auf die individuellen Unterschiede der einzelnen Kinder und Jugendlichen Rücksicht nimmt.
Kritik sollte stets konstruktiv sein und ohne persönliche Bloßstellung und Herabwürdigung einzelner vor der Mannschaft oder Eltern/Zuschauern erfolgen. Sie sollte immer auch eine positive Aufmunterung enthalten. Eine Ausgrenzung von Kindern und Jugendlichen darf nur aus wichtigem Grund erfolgen. Die Nichtberücksichtigung eines Spielers bzw. der Ausschluss aus pädagogischen Gründen sollte nur als letztes Mittel angewendet werden, da eine solche Maßnahme sehr verletzend sein kann. Hält ein Trainer diese Maßnahme jedoch für unbedingt erforderlich, teilt er diese Entscheidung dem Kind/Jugendlichen (soweit möglich – unter Hinzuziehung der Eltern) in einem persönlichen Gespräch mit, d.h. nicht öffentlich bzw. vor der gesamten Mannschaft. Im Falle eines erwogenen Ausschlusses eines Kindes/Jugendlichen aus der Mannschaft wird die Jugendleitung vorab konsultiert.
Eine gute Kommunikation zwischen Eltern, Trainern und Übungsleitern (intern wie extern) ist eine wesentliche Erfolgskomponente für eine erfolgreiche Jugendarbeit. Jeder Trainer/Betreuer ist deshalb angehalten, mindestens einmal pro Saison einen Elternabend durchzuführen, um Themen und Anliegen rund um die Mannschaft und die Jugendarbeit zu behandeln. Dazu ergänzend soll pro Mannschaft ein Elternvertreter gewählt werden, der insbesondere in organisatorischer Sicht die Kommunikation zwischen dem Trainer, den Spielern und dem Verein koordinieren soll.

(2) Eltern

Eltern spielen insbesondere im unteren Juniorenbereich E-D eine wichtige Rolle und können hilfreiche Beiträge liefern. Ein gutes Miteinander zwischen Eltern, Trainern und Übungsleitern und den übrigen Beteiligten des Vereins bringt ausschließlich Vorteile sowohl für die Kinder und Jugendlichen als auch den Verein selbst.
Eine offene Kommunikation ist hierzu notwendig und unerlässlich. Die Trainer/Übungsleiter tragen ihre Ansichten und Ziele beim saisonalen Elternabend oder in einem anderen gewählten Rahmen vor. Die Eltern sind ausdrücklich eingeladen, dabei auch ihre Anregungen und Wünsche zum Ausdruck zu bringen.
Unabhängig davon liegt die die sportliche Richtlinienkompetenz allein beim Trainer. Für die Kinder und Jugendlichen muss immer deutlich sein, dass der Trainer/der Übungsleiter der einzige Verantwortliche ist. Insbesondere die Einteilung der Mannschaften, die Aufstellungen sowie die taktische Ausrichtung werden jeweils durch den Trainer festgelegt und sind von den Eltern zu respektieren.
Eine aktive Mitwirkung von Eltern im sportlichen Bereich erfolgt ausschließlich auf ausdrücklichen Wunsch des Trainers. Dabei kann es sich naturgemäß in erster Linie nur um Unterstützungsmaßnahmen in bestimmten Bereichen handeln, die Trainer oder Übungsleiter allein nicht abdecken können. Auf Wunsch des Trainers übernehmen bereitwillige Eltern diese Funktionen. Dadurch ergeben sich im Training oder bei der Vorbereitung auf Spiele bessere und breitere Differenzierungsmöglichkeiten.
Beim Training und in Wettkämpfen/Spielen agieren Eltern mit Augenmaß und verhalten sich fair, um auch ihrer Vorbildfunktion gerecht zu werden. Das Anfeuern der Mannschaft und das lautstarke Bejubeln gelungener Aktionen und Tore sind erlaubt/erwünscht.
Lautstarke Kritik (in jeder Form) gilt es zu vermeiden, entsprechendes gilt für eine unangemessene Einflussnahme auf das Spiel, den Schiedsrichter, die Mannschaften oder einzelne Spieler.

(3) Kinder und Jugendliche

Kinder und Jugendliche sollen auch abseits des Fußballplatzes zu fairem Verhalten angeleitet werden. Wir bieten keinen Raum für Gewalt, Drohungen oder aktive(s) Ausgrenzung/Mobbing untereinander.
Aufforderungen von Seiten des Trainers sind zu befolgen und es ist mit der gebotenen (altersgerechten) Ernsthaftigkeit am Spielbetrieb teilzunehmen.
Aufgrund der beschränkten (Platz-)Kapazitäten des Vereins wünschen wir uns, dass alle Kinder und Jugendlichen, die nicht mehr aktiv am Spielbetrieb ihrer Mannschaften teilnehmen wollen, dies zeitnah kundtun und es dadurch anderen interessierten Kindern und Jugendlichen ermöglichen, aktives Mitglied unseres Vereins zu werden.

(4) Konfliktbeilegung

Das (Vereins-)Leben bringt es mit sich, dass es zu Meinungsverschiedenheiten und Konflikten unter den Jugendlichen bzw. den übrigen Beteiligten kommt. In einem solchen Fall ist eine angemessene und offene Kommunikation ebenso wichtig wie die Bereitschaft, die Meinungsverschiedenheit im Rahmen des gegenseitigen Nachgebens gütlich beizulegen. Konfliktfälle lösen wir zeitnah durch eine offene Aussprache unter den Beteiligten.
Wenn eine solche Aussprache nicht zum Erfolg führt, können abhängig vom Einzelfall der Trainer, der Elternvertreter oder die Jugendleitung hinzugezogen werden, um gemeinsam eine einvernehmliche Konfliktbeilegung zu erreichen.
In jedem Fall ist eine öffentliche Diskussion/ein öffentlicher Streit „auf und neben dem Fußballplatz“ zu vermeiden.

d) Schutz des Kindeswohls

Der Schutz des Kindeswohles unserer Kinder und Jugendlichen ist für uns von zentraler Bedeutung.
Zu diesem Zweck erkennt der Verein ausdrücklich den Verhaltenskodex und die Verhaltensregeln zum Kindeswohl des Landessportbund Hessen e.V. (http://www.hlv.de/LEHRE/KindeswohlVerhaltenskodex.pdf) an.

Jeder Trainer und Übungsleiter hat aus diesem Grund bei der Übernahme einer Trainer- oder Übungsleiterstelle ein erweitertes Führungszeugnis nach § 30a BZRG vorzulegen (die Kosten hierfür übernimmt der Verein) und die Erklärung zum Verhaltenskodex/zu den Verhaltensregeln zum Schutz des Kindeswohls gemäß Anlage 1 zu unterzeichnen.

Alle Beteiligten sind dazu aufgefordert, im Konflikt- oder Verdachtsfall den Vorstand, die Abteilungsleitung, die Jugendabteilung des Vereins bzw. – soweit diese Stelle besetzt ist – den Ansprechpartner für die Belange des Kindeswohls zu informieren, damit geeignete Maßnahmen ergriffen werden können. Der Schutz der Kinder und Jugendlichen steht dabei an erster Stelle.


4. Leitsprüche zur Umsetzung der Grundsätze

Damit wir unsere gemeinsam definierten Ziele erreichen können, legen wir unserem Handeln folgende Leitsprüche zugrunde:
Wir, die Trainer und Übungsleiter, stellen die sportliche und soziale Entwicklung der Kinder und Jugendlichen in den Mittelpunkt unseres Handels.
Wir, die Kinder und Jugendlichen, begegnen unseren Mit- und Gegenspielern mit Respekt. Wir verlassen uns aufeinander und wissen, dass dies nicht ohne Disziplin geht.
Wir, die Eltern, unterstützen und motivieren unsere Kinder durch positive Bestätigung. Wir haben Vertrauen in die sportlichen Entscheidungen unserer Trainer.


5. Sportliche Leitlinien

Wir sind ein Breitensportverein, der allen Mitgliedern grundsätzlich offen steht, unabhängig von ihrer Spielstärke. Diese grundlegende Ausrichtung soll beibehalten werden, auch wenn wir gleichzeitig die Ansprüche leistungsorientierter Spieler erfüllen wollen.
Die Umsetzung der nachfolgenden sportlichen Leitlinien erfordert im besonderen Maße ein abgestimmtes Verhalten innerhalb des Vereins. Von allen Verantwortlichen in der Fußballabteilung, insbesondere auch den Trainern, wird vor diesem Hintergrund erwartet, dass sie sich mit der Umsetzung und Einhaltung der Sportlichen Leitlinien identifizieren und sich aktiv beteiligen, wenn über deren inhaltliche Weiterentwicklung beraten wird.

a) Das wollen wir unseren Kindern und Jugendlichen bieten:

Wir wollen

• allen Kindern, die aufgenommen werden, die Möglichkeit bieten, langfristig am Spielbetrieb der Blau-Gelb Jugendteams teilzunehmen. Die dazu nötigen Rahmenbedingungen sollen bis einschließlich der Altersklasse U17, d.h. der B-Junioren/innen, gewährleistet werden.
• den Jugendteams in der Regel zwei Personen (Trainer, Co-Trainer oder Betreuer) zur Seite stellen;
• allen Mannschaften (ab der E-Jugend) auch in der Winterzeit ein zweimaliges Training pro Woche ermöglichen.

b) Angestrebte Zahl der gemeldeten Mannschaften und Spieler

(i) Jungen
G-Jugend bis B-Jugend: Jeweils 4 Mannschaften (zwei pro Jahrgang)
A-Jugend: 1 oder 2 Mannschaften. A1 und ggf. A2 werden im Übergang in den Seniorenfußball gefördert.

(ii) Mädchen
2 Teams pro Altersklasse, davon eine als Einser-Team (siehe c)

c) Breitensport und leistungsorientierter Sport unter einem Dach

Ab der E-Jugend soll es in jedem Jahrgang (außer U18) eine Einser-Mannschaft und eine Zweier-Mannschaft geben. Es gibt also folgende Einsermannschaften E2 (U10), E1 (U11), D2 (U12), D1 (U13), C2 (U14), C1 (U15), B2 (U16), B1 (U17), A1 (U19). Den Einser-Mannschaften ab D2 (U12) wird eine dritte Trainingseinheit pro Woche ermöglicht, wenn dies mit den Platzkapazitäten vereinbar ist.

Es werden folgende grundsätzliche Kadergrößen festgelegt:

(i) Einser-Mannschaften
Altersklassen G- bis E-Junioren: nicht mehr als 16 Spieler
Altersklassen ab D-Junioren: nicht mehr als 16 Spieler

(ii) Zweier-Mannschaften
Altersklassen G- bis E-Junioren: nicht mehr als 16 Spieler
Altersklasse D-Junioren: nicht mehr als 16+2 Spieler
Altersklassen ab C-Junioren: nicht mehr als 20 Spieler

(iii) Juniorinnen
Die Größe des Kaders bei den Mädchen-Mannschaften wird auf jeweils 20 Spielerinnen begrenzt.

Die Einser-Mannschaften werden für jeweils zwei Jahre von einem lizensierten und qualifizierten Trainerteam betreut (Rotationsprinzip).
Zwischen den einzelnen Mannschaften pro Jahrgang soll in regelmäßigen Abständen ein Austausch stattfinden, um so den einzelnen Mannschaften und Spielern zum Wohle des Vereins bestmöglich gerecht zu werden.
Ein spezielles Trainingsangebot für Torspieler (Torwarte) soll ab der Altersklasse D-Jugend schrittweise entwickelt werden.

d) Aufnahme von neuen Spielern

Aufgrund der begrenzten Kadergröße sind Neuaufnahmen nur in Abstimmung mit der sportlichen Leitung und der Jugendleitung möglich. Bei der Aufnahme von neuen Kindern und Jugendlichen ist den Geschwisterkindern Vorrang einzuräumen.

e) Allgemeine Ausrichtung

Die Trainingsinhalte orientieren sich an den entsprechenden Leitlinien des DFB.

f) Förderung und Forderung

Kinder und Jugendliche wollen Fußball spielen, sich wohl fühlen und zusammen mit ihren Mannschaftskameraden Erfolge feiern. Sie werden durch ihre Trainer, Übungsleiter und Eltern nach besten Kräften gefördert und unterstützt.
Anstelle der Fixierung auf Tabellen und Spielklassen stehen bei uns nachhaltige Ziele in der Trainingsqualität, bei der Teambildung sowie das individuelle Lernen von Spielern und von Trainern im Vordergrund.

(i) Teamentwicklung

Das regelmäßige, strukturierte Training von Fußballtechnik- und taktik sowie die Entwicklung der Teams im Spielbetrieb des Fußballverbands sind die Basis der Jugendförderung. Hier sollen altersgerecht leistungsorientierte Bereiche integriert und differenzierte Anforderungen an die Entwicklungsziele der Teams gestellt werden.

(ii) Individuelle Förderung

Gleichrangig zur Teamentwicklung soll der Talentförderung eine zentrale Bedeutung beigemessen werden. Dabei soll dauerhaft die Balance gehalten werden zwischen der Herausforderung, besondere Inhalte in der Talentförderung spielstarker Kinder und Jugendlicher zu vermitteln sowie der individuellen Förderung aller Spieler gerecht zu werden.

(iii) Trainer

Die Trainer und Übungsleiter sind die wichtigsten Vermittler der Elemente aus Förderung und Forderung. Sie sind verantwortlich für die Trainingsqualität und die Intensität in der Nutzung der Trainings- und Spielzeiten.
Die Weiterqualifizierung der Trainer wird gefördert. Die Aus- und Fortbildung der Trainer wird unterstützt. Der Verein übernimmt nach Absprache Lizenzkosten (teilweise).
Von allen Trainern und Übungsleitern wird erwartet, dass sie sich mit den allgemeinen Zielen der Teamentwicklung und der individuellen Förderung identifizieren.

g) Fair Play im Spielbetrieb

Kinder und Jugendliche sollen zu fairem sportlichen Verhalten angeleitet werden (mannschaftsintern wie auch im Wettkampf). Es ist neben der Einhaltung der offiziellen Regeln u.a. selbstverständlich, dass die Kinder und Jugendlichen vor und nach dem Spiel unabhängig vom Ergebnis den Spielpartnern als Geste des Fair Play die Hand reichen.
Der Fußballsport ist gewaltfrei auszuüben. Tätlichkeiten, Fouls o.ä. sind von Trainerseite entsprechend zu unterbinden. Im Falle von wiederholtem bzw. eklatantem Fehlverhalten sind entsprechende Sanktionen (Trainings-/Spielpause, Teilnahme an Konfliktmanagement-Kursen des Hessischer Fußballverband e.V. bis hin zum Vereinsausschluss) zu verhängen. Im Falle eines Fouls haben sich die Spieler umgehend für ihr Vergehen zu entschuldigen.

Anlage 1

I. Verhaltenskodex zum Kindeswohl

Als Trainer/in bzw. Übungsleiter des SV Blau-Gelb Frankfurt am Main e.V. habe ich mit Kindern und Jugendlichen zu tun. Der folgende Verhaltenskodex ist die zentrale Grundlage meiner Arbeit.

1. In der Kinder- und Jugendarbeit übernehme ich Verantwortung für das Wohl der mir anvertrauten Kinder und Jugendlichen. Dazu gehört der Schutz der Kinder und Jugendlichen vor Vernachlässigung, Misshandlung und sexueller Gewalt sowie vor gesundheitlichen Beeinträchtigungen und vor Diskriminierungen aller Art.

2. Kinder- und Jugendarbeit im Sport lebt von der vertrauensvollen Zusammenarbeit untereinander. In meiner Rolle als Leitungskraft habe ich eine besondere Autoritäts- und Vertrauensstellung. Ich versichere, dass ich dies nicht zum Schaden der mir anvertrauten Kinder und Jugendlichen ausnutzen werde.

3. Meine Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist von Respekt, Wertschätzung und Vertrauen geprägt. Dem persönlichen Empfinden der mir anvertrauten Kinder und Jugendlichen gebe ich Vorrang vor meinen persönlichen sportlichen Zielen.

4. Ich werde dafür Sorge tragen, dass die offiziellen Regeln des Fußballs eingehalten werden, insbesondere übernehme ich eine positive und aktive Vorbildfunktion im Kampf gegen Doping und Medikamentenmissbrauch sowie gegen jegliche Art von Leistungsmanipulation.

5. Im Sport spielt der direkte, enge Körperkontakt eine große Rolle und ist bei vielen Übungen unabdingbar. Ich nehme die individuellen Grenzempfindungen von Kindern und Jugendlichen ernst und achte darauf, dass auch Kinder und Jugendliche untereinander diese Grenzen respektieren.

6. Ich beziehe gegen sexistisches, diskriminierendes, rassistisches und gewalttätiges verbales und nonverbales Verhalten aktiv Stellung. Abwertendes Verhalten wird von mir benannt und nicht toleriert; ich interveniere dagegen aktiv.

7. Im Konflikt- oder Verdachtsfall ziehe ich professionelle, fachliche Unterstützung und Hilfe hinzu und informiere Ansprechpartner bei der Sportjugend Hessen, beim Landessportbund Hessen e.V., bei meinem Verein oder Verband. Der Schutz der Kinder und Jugendlichen steht dabei an erster Stelle.

8. Mir ist bekannt, dass der Umgang mit elektronischer Kommunikation (E-Mail, SMS, WhatsApp, Threema etc.) mit Kindern und Jugendlichen einen verantwortungsvollen Umgang erfordert. Bei der elektronischen Kommunikation mit Kindern und Jugendlichen unter 14 Jahren werde ich dafür Sorge tragen, dass diese stets unter Einbindung der Eltern erfolgt. Bei Kindern und Jugendlichen über 14 Jahren informiere ich die Eltern vorab über die Einrichtung einer Chat-Gruppe. Bei der elektronischen Kommunikation soll grundsätzlich jeder Spieler teilnehmen können und niemand ausgegrenzt werden. Die elektronische Kommunikation beschränke ich auf das für den Trainings-/Spielbetrieb erforderliche Maß. Ich übersende an die Kinder und Jugendliche keine Fotos oder Videos, die nicht den Trainings-/Spielbetrieb betreffen und werde darauf hinarbeiten, dass sich auch die Spieler an diese Vorgaben halten.


II. Verhaltensregeln zum Kindeswohl

Diese Verhaltensregeln dienen sowohl dem Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Kindeswohlgefährdung aller Art als auch meinem Schutz vor einem falschen Verdacht.

1. Keine Einzeltrainings/-gespräche ohne Kontroll- und Zugangsmöglichkeit für Dritte:
Bei geplanten Einzeltrainings und Einzelgesprächen wird möglichst immer das „Sechs-Augen Prinzip“ und/oder das „Prinzip der offenen Tür“ eingehalten. D. h. wenn ein(e) Trainer/in Einzeltraining/Einzelgespräche für erforderlich hält, muss eine weitere Person anwesend sein. Ist dies nicht möglich, sind alle Türen bis zur Eingangstür offen zu lassen.

2. Keine Privatgeschenke an Kinder bzw. Jugendliche:
Auch bei besonderen Erfolgen von einzelnen Kindern bzw. Jugendlichen werden keine besonderen Vergünstigungen gewährt oder individuelle Geschenke gemacht, die nicht mit mindestens einem/einer weiteren Verantwortlichen des Vereins abgesprochen sind.

3. Kinder werden nicht in den Privatbereich mitgenommen:
Kinder und Jugendliche werden nicht in den Privatbereich (Wohnung, Haus, Garten, Boot, Hütte usw.) mitgenommen, ohne dass nicht mindestens eine weitere Person anwesend ist. Übernachtungen von Kindern und Jugendlichen im Privatbereich eines Trainers/einer Trainerin oder Übungsleiters sind in jedem Fall ausgeschlossen.

4. Kein Duschen bzw. Übernachten mit Kindern:
Trainer/innen und Übungsleiter/innen duschen nicht gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen. Sie übernachten auch nicht in Zimmern gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen. Die Umkleidekabinen dürfen erst nach Anklopfen/Rückmeldung betreten werden.

5. Keine Geheimnisse mit Kindern:
Mitarbeiter/innen teilen mit Kindern und Jugendlichen keine Geheimnisse. Alle Absprachen, die ein(e) Trainer/in einem/r Übungsleiter/in mit einem Kind bzw. Jugendlichen trifft, können öffentlich gemacht werden.

6. Keine körperlichen Kontakte gegen den Willen von Kindern:
Körperliche Kontakte zu Kindern und Jugendlichen (Techniktraining, Kontrolle, Ermunterung, Trost oder Gratulation) müssen von diesen gewollt sein und dürfen das pädagogisch sinnvolle Maß nicht überschreiten.

7. Transparenz im Handeln:
Wird von einer der Schutzvereinbarungen aus guten Gründen abgewichen, ist dies mit mindestens einem Verantwortlichen des Vereins abzusprechen. Erforderlich ist das beidseitige Einvernehmen über das sinnvolle und nötige Abweichen von der vereinbarten Schutzvereinbarung.